top of page
  • AutorenbildNadine

Es darf auch schwer sein in unserer Mutterschaft




Heute möchte ich dich ansprechen, liebe Mama und Wegbereiterin, die du auf diesem besonderen Weg in dich hinein bist, zu mehr Bewusstsein und Frieden. Ich kenne das so, so, so gut. Wir wünschen uns dieses Mehr an Liebe, Bewusstsein und Frieden. Wir wünschen uns ein harmonisch-fröhliches Miteinander mit jeder Faser unseres Seins. Wie oft bildet sich aus dieser Sehnsucht, diesem Wunsch eine Erwartung. Die unbewusste Erwartung, dass es am besten stets harmonisch-liebevoll in unseren Familien ist. Alles soll in eine leichte, sanfte, ausbalancierte und hübsch aussehende Wolke gehüllt sein. Ganz oft ist uns das nicht einmal klar bewusst, sondern schwingt sozusagen als Hintergrundmelodie mit. Diese Hintergrundmelodie macht es uns schwer, liebe Mama. Viel schwerer, als es eigentlich ist. Denn wir gleichen unbewusst ständig die Musik, die gerade tatsächlich spielt, mit unserer rosa Wolkenmelodie ab. Und wir verurteilen uns, wenn sie nicht deckungsgleich oder zumindest annähernd ähnlich sind. Ich verrate dir was, was du bereits weißt. Etwas, das wir alle wissen. Und uns doch nicht ganz so fühlen können: Diese Wolke gibt es schlichtweg nicht. Das Leben spielt unendlich viele verschiedene Melodien, auch schon einmal laute und disharmonische. Die eigentliche Melodie, den Grundton, den du dir wünschst, der klingt tief in dir - und du kannst üben, ihn wahrzunehmen und lauter werden zu lassen - egal, welche Musik gerade um dich herum spielt.


Heute möchte ich darüber schreiben, dass es schwer sein DARF. Solange es in dir noch aktiv denkt und du die Grundüberzeugung in dir trägst, dass es leicht gehen MUSS, dass es diese stets harmonische Familienwelt wirklich gibt, du die Verantwortung für sie trägst und es nur schaffen musst, sie zu erzeugen - solange ziehst du automatisch in dein Leben, dass es eben nicht so ist. Solange du im Widerstand zu dem bist, wie es ist, kann es nicht friedlich sein oder werden. Denn alles, was du ablehnst, ermächtigst du. Wenn ich zu etwas „Nein“ sage, antwortet das Leben „Doch. Jetzt erst recht!“. Denn wir wollen in uns ja die Öffnung für alles. Wir sind hier, um uns zu erfahren, zu spüren, zu erleben. Das Leben in seiner ganzen Bandbreite in uns zu fühlen. Dazu gehören eben alle Aspekte, die in uns sind. Für diese Aspekte, für das, was da in dir ist, darfst du deinen Blickwinkel mehr und mehr öffnen. Ganz in deinem Tempo und genau so weit, wie es dir gerade möglich ist.


Meine magischen sieben Impulse für dich


Die innere Erlaubnis Schließ einmal deine Augen für einen Moment. Atme ein und aus und sprich in dir den Satz: „Ja, es darf auch schwer sein.“ Vielleicht kannst du in deinem Körper wahrnehmen, dass sich dieser Satz stimmig anfühlt. Vielleicht wird es weiter in dir, wärmer, heller, freier, vielleicht kannst du leichter atmen oder du fühlst dich sogar zu Tränen berührt. Fühl in dir diese Signale deines Körpers. Deine Körperempfindungen. Diese Weite, das sich-öffnen, die Wärme, dieses angenehme Kribbeln - das alles signalisiert deine innere Wahrheit. Dein Ja, es darf auch schwer sein. So viel Druck kann dann weichen. So viel Schwere darf dann abfließen. Heute möchte ich dich einladen, dich immer mehr so zu nehmen, wie du bist. Mit der Empfindung und dem Gefühl, was jetzt gerade da ist. Schieb die Erwartungen einmal zur Seite, deine Grundannahmen, was du alles tun und fühlen müsstest, um ein bestimmtes Ergebnis zu bekommen - öffne deinen Blick für alles, was in diesem Moment da ist. Lausche in dich hinein. Und wenn es sich für dich stimmig anfühlt, dann kannst du diese Übung gerne in deine Morgen- oder Abendroutine einbauen oder auch zur inneren Ausrichtung während deines Tages wiederholen.


Die innere Ausrichtung Deine innere Ausrichtung hilft dir, in der ganz konkreten Situation voll „da“, voll präsent zu sein. Deine Erdung, dein fester Stand in dir. Wenn dir ganz bewusst ist, ich bin sicher, getragen, gehalten und unterstützt. Eine Affirmation kann hier sein: „Ich bin sicher und kraftvoll.“ Auch dies kannst du über deinen Körper fühlen. Stell dich fest auf den Boden, die Füße stabil und ausbalanciert. Spüre wie Mutter Erde dich trägt und mit allem versorgt, was du brauchst.

Dein tiefer Atem als Signal Gehe in einen tiefen Atemrhythmus über, der dir und deinem Körper signalisiert, dass alles in Ordnung ist. Oft atmen wir in stressigen Situationen automatisch flacher, verhalten und schneller. Mit deinem liebevollen Bewusstsein kannst du deinen Atem dazu nutzen, deinem System mitzuteilen, dass alles in Ordnung ist. Je tiefer und bewusster du atmest, desto deutlicher sagst du deinem Nervensystem und deinem Kopf, dass da kein Notfall ist. Je angespannter, kürzer und flacher du atmest, desto deutlicher signalisiert dein Körper deinem Nervensystem den Alarm, den Stress, die Notfallsituation.


Der sichere, stabile Stand, die gute Verbindung zu Mutter Erde und das tiefe, bewusste Atmen helfen dir. Sie unterstützen dich. Sie sind ein allererstes Selbstfürsorge-Tool, das du nutzen kannst, wenn es akut schwer ist.


Kopf & Herz für die Situation Und dann darfst du in die Situation hineinspüren - mit Kopf und Herz gleichermaßen - und dich fragen: Muss ich jetzt sofort eingreifen, sofort agieren, ins Tun kommen? Oder kann ich noch einen Moment mit mir sein? Wenn zum Beispiel eine körperliche „Gefahr“ droht, sich deine Kinder gegenseitig attackieren oder dein Kind so in Wut ist, dass es sich verletzen könnte, musst du sofort einschreiten. Wenn das aber nicht so ist, dann nimm dir deinen Moment. Dann hast du den kurzen Augenblick, dir zu sagen: „Ja, es darf schwer sein. Ich bin bei mir. Ich halte mich. Ich bin verbunden. Ich lasse mich hier nicht alleine. Ich bin bei mir.“ Das stärkt dich innerlich ungemein. Weil du dein Herz für dich öffnest. Weil du bei dir bleibst, statt aus dir heraus zu treten. Wie oft kommen wir in diesen Situationen aus unserer Mitte, stehen wie „neben uns“ statt mitten in uns und der Situation. Dein bewusstes Innehalten schenkt dir etwas ganz Besonderes: Nämlich dich selbst in der schweren Situation.


Loslassen über den Körper Was dir auch helfen kann, wenn es schwere Phasen in deiner Mutterschaft, in eurer Elternschaft gibt, ist das Loslassen über deinen Körper. Dafür kannst du beispielsweise die folgende Embodiment-Übung praktizieren: Stell dich hüftschmal geöffnet hin, erde dich über deine Füße, roll langsam in eine Vorbeuge nach unten und häng dich dort aus. Deine Beine dürfen dabei gerne eine kleine Beugung haben. Wenn du magst, kannst du deine Ellbogen greifen. Lass dich bewusst hängen, spüre in dieses Gefühl hinein. Bleib 3-5 Minuten in diese Pose und fühl einmal, wie dein Körper beginnt loszulassen. Deine Wirbelsäule geht immer mehr in die Streckung hinein, die Rückseiten deiner Oberschenkel öffnen sich mehr und mehr… Und irgendwann, du kannst es nicht erdenken, es geschieht von ganz alleine, gibt dein Körper nach, wird weich, lässt los, macht auf. Das ist so wunderschön! Atme tief ein und aus. Du kannst dein tiefes Atmen begleiten, indem du innerlich mit dem Einatmen „Ich atme ein“ sagst und mit dem Ausatmen „Und ich lasse los“. Auch diese Übung kannst du in deinen Tagesablauf integrieren.

Aus dem Widerstand in das Für Übe immer wieder, ganz bewusst im FÜR für dich, deinen Partner, deine Kinder, eure Familie, das Leben, die Situation zu bleiben. Erlaube dir immer wieder, aus dem Widerstand heraus zu treten, wenn du ihn in dir wahrnimmst. Wir sind tief geprägt von allen möglichen Grundannahmen, unseren Fühl-, Denk- und Reaktionsmustern. Erlaube dir, deine neue Sichtweise, dein neues Dich-begleiten, dein Innehalten in den Situationen wirklich entstehen zu lassen. Es ist ein Prozess. Ein tägliches Üben. Für uns alle. Gib dir den Raum. Selbst wenn du versuchst, deinem Kind, deinem Partner gegenüber zugewandt und liebevoll zu reagieren - wenn du dir gegenüber nicht zugewandt und liebevoll bist, wenn du im Widerstand gegen deine Gefühle bist und in dir nur ein „nein, das soll aufhören“ spürst, dann wird dir das gespiegelt. Obwohl du dich so angestrengt hast, die Situation nach außen hin zu meistern. Erfühle dir eine innere Ausrichtung, in der du in das FÜR gehen kannst. Erfülle dich ganz mit dem Für. Dazu kannst du zum Beispiel ein Mantra nutzen: „Das Leben ist FÜR mich.“ „Ich bin FÜR mich“. „Ich bin FÜR mich und meine Familie.“ Du kannst deinen Kindern sagen: „Komm, wir sind ein Team! Wir helfen uns, wir schaffen das gemeinsam!“ Das sage ich zum Beispiel zu meinen Kindern - und ich weiß: Im Grunde sage ich es zu mir selbst. Ich lebe es auch meinen Kindern vor - aber ich sage es, weil es mir hilft und mich erinnert. Es unterstützt mich in meiner inneren Ausrichtung. Ich bin sicher, du findest deinen eigenen Leitsatz, deinen eigenen ganz stimmigen Gedanken, der dir dabei hilft, aus dem Widerstand heraus zu treten. Um für dich und für euch immer wieder das Herz zu öffnen.


Dich selbst verstehen und annehmen - eine neue liebevoll-neugierige Haltung Wenn diese schwere Situation vorüber ist, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind, im Bett oder dein Partner, deine Partnerin übernommen hat - dann schenke dir einen Augenblick. Gehe gedanklich in die Situation zurück und spüre, was in dir passiert, wenn du in die Situation kommst. Wie fühlt es sich in deinem Körper an, welche Empfindungen kannst du wo in deinem Körper fühlen? All das ist real da. In dem Moment, wo diese schwere Situation entsteht - ein Konflikt beim Essen vielleicht, ein Kind schreit das andere an, dich an, es gibt ganz viel Wut und Frust und Tränen… Und für dich wird es schwer, weil du vielleicht müde bist und erschöpft bist, du hast Druck und dieses innere Nein zu dem Konflikt - dann spür für einen Augenblick, was in deinem Körper in genau dieser Situation geschieht. Was läuft da ab? Vielleicht kannst du merken, wieviel Druck augenblicklich in deinem Kiefer entsteht, wie sich deine Schultern hochziehen. Vielleicht wird es in deinem Brustkorb ganz heiß oder es wird total eng, es schnürt dir den Hals zu. Vielleicht hast du das Gefühl, dass deine Beine wie betoniert sind, dass du wie gelähmt bist und dich gar nicht fortbewegen kannst oder dass dein ganzer Körper unfassbar schwer wird. Spür mal ganz genau. Und das alles: Liebevoll, forschend, neugierig. So als würdest du wie ein neugieriges, Kind fragend und ganz offen in dich hinein schauen. Du darfst da sagen: „Boa! Interessant! Das alles passiert in mir!“ Nimm mal ganz bewusst 2-3 Minuten nur wahr, was da in dir real abläuft in diesen Situationen. Nur fühlen und in dir forschen. Dann lass es leise ausklingen. Atme bewusst ein und aus. Lege eine Hand auf dein Herz, wenn du magst. Sag dir, dass du weißt, wie schwer diese Situation für dich war. Wie fordernd. Dass du weißt, dass du es so gut gemacht hast, wie es dir möglich war. Und sei dir gewiss: Durch dein bewusstes Fühlen entsteht Heilung.

Wir sind tief geprägt von dem Bild der ständigen Harmonie in unserer Mutterschaft, dass wir so tun als ob. Besonders vor uns selbst. Wir drücken Dinge weg, die nicht in unser Bild passen und lassen gar nicht zu, dass sie sich offen zeigen, wie sie eben sind. Wir lassen Konflikte am liebsten gar nicht erst entstehen, sondern tun alles dafür, dass es ruhig und harmonisch ist. Wir möchten keinen Streit, gehen ihm aus dem Weg. Je mehr wir den Konflikten aus dem Weg gehen, desto mehr entstehen sie. Die innere Haltung: Es darf schwer sein, ist daher so, so, so transformierend, weil sie genau dort Räume eröffnet, wo sonst Enge wohnt. Diese augenscheinlich so kleine Haltungsveränderung kann dir den Weg ebnen. Und diese augenscheinlich so kleinen Alltagshelfer, diese kleinen Übungen für deinen Alltag, für euren Elternalltag, können auch unterstützen. Es ist eine tägliche Übung, ein Abenteuer, eine Bewusstseinsreise, die dich immer weiter, freier und offener hinsehen und fühlen lässt. Es sind scheinbar kleine Veränderungen, die aber deine Haltung dir selbst gegenüber transformieren. Die dich zu dir begleiten. In deine wundervolle Präsenz, in deinen ganz eigenen Klang. Diese eine wundervolle Melodie des Seins, die nur durch dich erklingen kann.

18 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page