top of page
  • AutorenbildNadine

Dein Mamasein als Reise in deine Heilung - was bedeutet es, dich selbst heil zu lieben?




Mamasein ist pures Abenteuer. Die Einladung an dich, wahrzunehmen, zu fühlen, zu reflektieren, zu verändern, zu erkennen, Schritte zu gehen und zu schenken. Für mich ist meine Mutterschaft die permanente Aufforderung, in mir zu fühlen und einfühlsam zu umarmen, was in mir ist. Meine Kinder spiegeln mir unausweichlich und ständig meine Innenwelt. Sie konfrontieren mich mit dem, was in mir noch im Schatten verborgen liegt und darauf wartet, von mir gesehen zu werden, fühlend angenommen und mehr und mehr geliebt zu werden. Das bedeutet für mich die Formulierung „heil lieben“.

Da-sein lassen, was in uns ist. Allein das ist für uns schon so, so schwierig. Wir haben nicht gelernt, unsere Gefühle wirklich zu fühlen, mit ihnen zu sein, sie da-sein zu lassen. Wir fühlen unsere Gefühle kaum noch dort, wo sie wohnen - im Körper. Sondern wir denken sie. Oder besser noch - wir zerdenken sie. Wir interpretieren sie, deuten sie um, binden sie ein in das, was wir über uns und unsere Welt glauben oder zu wissen meinen. Wir überdecken und verstecken sie. Dabei geht es uns gar nicht primär um das Verstecken vor anderen - sondern es geht um das Verstecken vor uns selbst. Der Weg in einen neuen Umgang mit unseren Gefühlen führt über das Entdecken des Versteckten. Unsere Kinder sind großartige Entdecker. Denn sie spielen das Spiel einfach nicht mit. Sie spiegeln uns. Und zwar permanent und gnadenlos. Sie konfrontieren uns mit dem, was wirklich in uns ist. Wir können so tun als ob, noch so konsequent ignorieren und ablenken - unsere Kinder spiegeln das, was wirklich ist. Und öffnen uns so das Tor in das, was wir so lange und mit so viel Kraftaufwand vor uns selbst versteckt gehalten haben. Unsere Wut. Unsere Angst. Unsere tiefe Trauer. Unseren Frust, die Hilflosigkeit und die große Erschöpfung. All die großen Gefühle in uns.

Fühlen, fühlen, fühlen. Durch unsere Kinder kommen wir also weit hinter unsere Grenzen. Wenn wir sagen: „Ich komme an meine Grenze“, dann meinen wir damit: Es ist zu schwer. Es liegt zu weit außerhalb unserer Komfortzone. Wir scheuen oftmals unbewusst diese Grenze, denn sie fühlt sich erst einmal unüberwindbar an. Wir haben das Gefühl, dafür keine Kraft zu haben, keinen Raum, keine Kompetenz, keine Geduld. Ich lade dich ein, Ja zu sagen. Ja! Komm an deine Grenze. Komm sogar weit darüber hinaus. Denn da, hinter allen Grenzen, liegt das, was dich braucht. Was deine Liebe braucht, um zu heilen. Was heil geliebt werden möchte. Das, was Kraft kostet, ist nicht, die Grenze zu überschreiten, sondern das nicht-da-sein lassen der dahinter liegenden Gefühle - die dich wiederum auf einen Schmerz aufmerksam machen wollen. Es ist der Schmerz des Nichtseindürfens. Nichtfühlenwollens. Doch alles in dir will gesehen, gefühlt, anwesend und hell erleuchtet sein dürfen. In deinem Leben sein. Nicht hinter einer Tür in dir weggesperrt sein müssen.


Fühlen, was ist, bedeutet: Radikale Selbstverantwortung. Deine Gefühle sind DEINE Gefühle. Sie werden von deinem Kind ausgelöst - ja. Sie werden jedoch nicht von deinem Kind verursacht. Der Ursprung deiner Gefühle liegt immer in dir. Diese deine Gefühle waren schon lange in dir, bevor es dein Kind überhaupt in deinem Leben gab. Und werden nun durch dein Kind an die Oberfläche gebracht. Und du? Du befindest dich in deiner Mutterschaft auf der Abenteuerreise zum Ursprung dieser deiner Gefühle. Du bist Entdeckerin, neugierige Forscherin und Wegbereiterin deiner eigenen Innenwelt.

Bewusst werden. Das Bewusstwerden ist kein einmaliger Akt der Erkenntnis, sondern ein lebenslanger Weg. Dieser Weg beginnt damit, dass du dich immer wieder neu erkennst in allen Strategien und Gedankenkonstrukten, die uns als Eltern oft so schmerzhaft begegnen. Ich lade dich ein, dich auch in diesen Strategien selbst zu erkennen. Ablenken, ignorieren, noch und nöcher Handlungen darüber legen - wir sind so erfinderisch im Gestalten unserer Tricks und Kniffe, uns eben nicht hinter unseren Grenzen zu bewegen, sondern lieber den alten ausgetretenen Pfad zu beschreiten. Mein Impuls für dich: Lausche deinen Gedanken. Erforsche sie, fühle, was sie in dir auslösen. Spür in sie hinein. Überprüfe sie und erlaube dir, deine Gedanken bewusst zu hinterfragen. So viele Gedanken, die wir über uns und das Leben denken, sind schlichtweg unwahr. Es sind meist unbewusste Schlüsse, die wir aus unserem Erleben, unseren Erfahrungen und den Reaktionen anderer für uns gezogen haben. Annahmen über uns, die ganz oft alles andere als bestärkend und liebevoll sind.

Wie geht heil lieben ganz konkret in deinem Mama-Alltag:


1. Öffne dich ganz bewusst in deinem Alltag immer einmal wieder für dein bewusstes, bejahendes Fühlen. Und wenn es nur ein Spalt ist, ein Millimeter, eine Nuance - nimm dich wahr. Schenke dir 2-3 Minuten. Beim Zähneputzen, beim Wickeln oder Stillen, beim auf-den-Cappuccino-warten, bei der Einschlafbegleitung - spür kurz in dich hinein. Schau mit einfühlsamem inneren Auge und erlaube dir, auch wenn es nur ganz kurz ist, wahrhaftig zu sein mit allem, was da gerade in dir ist. Es geht nicht darum, dir das, was da ist, schön zu malen. Es geht nicht darum, das, was du wahrnimmst zu interpretieren. Lass in dieser kurzen Zeit die Schwere der Beine einfach nur die Schwere der Beine sein. Den Druck im Kiefer lass den Druck sein. Und die Enge im Hals die Enge. Lass alle deine Körperempfindungen sein, wie sie sind. Gönn ihnen einen Moment des puren Seins. Mit ihnen gemeinsam. Sie müssen nicht weg sein, sie müssen keinen Grund haben, sie müssen nicht einmal etwas bedeuten. Nur dasein dürfen. Liebe Mama, öffne dein Herz für alles, was in dir ist, was du fühlst und denkst. Ganz frei von Bedeutung und Wertung. In dieser Zeit schenke dir einen Moment des bewussten Atmens. Beatme dich. Und nimm dich an. Bedingungslos und frei von jeglicher Bewertung. Nimm dich innerlich in die Arme.


2. Immer wieder in deinem Mama-Alltag mache dir bewusst: Hier in diesem Spiel, auf unserer wunderschönen Mutter Erde gehört es dazu, unvollkommen zu sein. Wir sind nicht „fertig“. Wir sind immer auf dem Weg. Auf dem Weg zu uns selbst, in uns hinein, in mehr Bewusstsein, Liebe, Frieden, Heilung - wir sind nie „da“ und gleichzeitig tief in uns immer schon da. Wir sind nicht getrennt von unserem Seelenweg, nicht getrennt von irgend etwas. Mache dir bewusst, dass du genau so, wie du jetzt bist und genau mit dem, was in dir ist, immer schon genug bist, warst und immer sein wirst. Du musst nicht perfekt sein. Erlaube dir, menschlich zu sein, entfaltend, wachsend, in Bewegung und Veränderung. Erkenne dich in allem, was in dir geschieht. Vergib dir dein Unperfektsein. Du bist Mensch. Mensch auf dieser unglaublich bunten Reise des Lebens. Immer wieder wird uns der Spagat bewusst, in dem wir leben: Auf der einen Seite die Mutter, die wir gerade sein können - und auf der anderen Seite die Mutter, die wir gerne wären. Die bereits ihren hohen inneren Werten entspricht. Dieser Spagat löst in uns so oft noch Schuld aus. Vergib dir von Herzen und aus ganzem Herzen, dass du auf dem Weg bist. Dass du eine Reisende bist. Du machst es zu jeder Zeit so gut, wie du kannst. So wie jede andere Mama auch. Mutterschaft ist so fordernd! Du hast keinen Feierabend und keinen Urlaub. Du bist 24 Stundenlang Mama. Jeden Tag die Woche. Also: Liebe dich heil, während du mit den Kindern bist. Reflektiere auf dem Klo, meditiere am Sandkasten, fühle deine eigenen Gefühle während des Tröstens, während des Begleitens von Wut, Angst oder Trauer. Und öffne dich für eine große Portion Humor, für deine eigene Unvollkommenheit. Sie ermöglicht dir Kreativität. Also schau mit offenen Augen in deinen Tag, schenke dir die Augenblicke, die es da gibt und erschaffe dir neue, wenn du sie brauchst.


3. Lebe das bewusste An- und Innehalten. Nimm den Augenblick wahr, der gerade ist. Das kann ein Mini-Moment sein, für den du dich öffnest. In dem die Zeit kurz stillsteht und sich alles entfalten darf, was in genau diesem Augenblick enthalten ist. Nimm wahr, wie dein Kind die Treppe hoch geht. Wie achtsam es dabei ist. Wie seine Füße die Stufen berühren, welche Geräusche es dabei macht. Nimm wahr, wie dein Baby dir ein Lächeln schenkt, wie es strahlt. So bedingungslos und erwartungsfrei. Nimm wahr, wie der große Bruder dem kleinen die Hand reicht und ihn anfeuert, sich zu trauen. Und, liebe Mama, nimm dabei vor allem dich und deine Gefühle wahr. Und nimm auch bewusst die ganzen Früchte wahr, die deine liebevollen Samen in den Kindern tragen, wie sie sich entfalten und sich zeigen.


Du machst es so gut, liebe Mama. Du bist eine Wegbereiterin ♡

9 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
bottom of page