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  • AutorenbildNadine

Öffne dich für deine Intuition, liebe werdende Mama


Es ist ein ganz natürlicher Prozess in der Schwangerschaft, dass sich unser Bewusstsein immer weiter öffnet. Meinem Empfinden nach ist es auch genau so vom Leben gewollt. Je weiter wir Richtung Geburt kommen, desto feiner ist unser Bewusstsein, desto offener sind wir - bis wir bei der Geburt tatsächlich Kanal zwischen Himmel und Erde sind, durch den sich unser Baby gebärt. Ein ebenso natürlicher Prozess ist es, dass uns unsere Schwangerschaft auf genau die Mutterschaft vorbereitet, für genau dieses Kind, das nun in uns heranwächst. Wir werden in diesen circa 40 so besonderen Wochen liebevoll wachgerüttelt und vor-geübt für die Mutterschaft, die dieses Kind in uns weckt.


Um uns diesen Prozessen ganz hinzugeben, ja uns wirklich ganz in das hinein zu schenken, was da in uns und durch uns geschehen mag, ist ein offener Zugang zu unserer Intuition so heilend und wegweisend.


Nicht nur für die Schwangerschaft und die vielen, vielen Veränderungen, die in dieser Zeit in uns wirken - auch in der Geburt ist ein spürendes, verbundenes Geführt-Sein unglaublich wichtig.


Wenn dein Baby geboren wird, ist der Zugang zu deiner inneren Stimme, deinem „Bauchgefühl“, die Verbindung zu dir selbst und dein tiefes Vertrauen in dein Fühlen einer DER essenziellen Schlüssel für eine bestmöglich sanfte, friedvolle, selbstbestimmte Geburt.


Und im Verlauf deines Mama-Seins ist es deine Intuition, die es möglich macht, dich in das Familienleben hinein zu entwickeln, das du dir für dich und deine Lieben wünschst.


Deine Intuition ist dein inneres Navigationssystem, deine tiefe innere Weisheit, die dich leitet und dich spüren lässt, was stimmig ist - für dich selbst und für dein Baby. Gerade jetzt, in der Schwangerschaft, während dein Bewusstsein sich immer weiter öffnet und sich in dir alles auf die anstehende Geburt und Mutterschaft vorbereitet, kannst du dich darin üben, dich weit für deine Intuition zu öffnen, dich vertrauensvoll hinzugeben, dich mit dir selbst und deinem Kind tief zu verbinden und in deine Mutterschaft hineinzuspüren.



Was bedeutet ein sich öffnendes Bewusstsein?

In der Schwangerschaft haben wir zahlreiche Gefühle, die aus dem ganz tiefen Bodensatz in uns hochsteigen. Gefühle, die wir ganz tief vergraben, weggedrückt, weggesperrt und vor uns selbst verborgen haben. Sie kommen während dieser besonderen Zeit der Schwangerschaft in unserem sich öffnendem Bewusstsein nach oben und werden spürbar, erlebbar - sie werden bewusster.


Das Gefühl der Angst

Das wohl stärkste Gefühl darunter ist die Angst. Die Angst spielt für ganz viele von uns Frauen in der Schwangerschaft eine große Rolle. So viele von uns fühlen sich unsicher, ob es ihrem Baby im Bauch auch wirklich gut geht. Sie nehmen Zweifel in sich wahr, ob ihr Baby auch bleibt, ob es gesund ist, ob sie die eine oder andere Untersuchung machen sollen oder nicht, sich vom Frauenarzt oder lieber einer Hebamme begleiten lassen sollen. So viele von uns Frauen wissen nicht, ob sie an dem einem oder einem anderen Ort ihr Kind zur Welt bringen möchten oder haben Unsicherheiten, wer sie zur Geburt begleiten soll. Sie haben Zweifel daran, ob ihr Kind ein Junge oder Mädchen ist, ob es überhaupt der richtige Zeitpunkt ist, Mutter zu werden oder ob der Vater des Kindes auch der passende ist. Und ebenso viele haben Ängste rund um die Veränderungen ihres Körpers, die in der Schwangerschaft an jedem einzelnen Tag so zahlreich erfahrbar sind. Sie zweifeln, ob es „normal“ ist, dass ihr Körper gerade diese oder jene Veränderung zeigt oder ob ihr Körper überhaupt in der Lage sein wird, ihr Kind zu gebären. Wie geht es dir damit, liebe werdende Mama? Findest du dich an der ein oder anderen Stelle wieder?


Die Einladung

Wenn du nicht schwanger bist, hast du in unserem kollektiven Sein ganz wenig Zugang zu diesem Feld der Unsicherheiten und Ängste. Oft haben wir nicht mehr die Schwestern, Tanten, Cousinen in unserem nahen Umfeld, die ihre Schwangerschaft mit uns teilen. Wir leben auch nicht in „Kommunen“, in denen wir das Mutter-Werden in Verbundenheit erfahren. Unsere Schwangerschaft erleben wir vielfach allein. Vielleicht fühlen sich viele von euch auch auf sich alleine gestellt, vielleicht sogar auf sich alleine zurück geworfen. An dieser Stelle mag ich dir sagen: Das geht nicht nur dir so. So viele haben genau diese Gefühle in ihrer Schwangerschaft. Umso mehr darfst du dich in der Schwangerschaft mit dir selbst verbinden und dich selbst mit all deinen Gefühlen begleiten. Erkenne das Geschenk darin, dass du in dieser besonderen Zeit die Verbindung zu dir vertiefen kannst.


Die Einladung, die sich in deiner Schwangerschaft immer wieder zeigt, ist die, dich für deine innere Stimme, deine Intuition zu öffnen. Wenn du 100 Ärzte, 100 Hebammen, 100 Doulas oder andere Mütter bittest, dir einen Rat zu geben, eine Einschätzung, einen Impuls oder ihren Blickwinkel, wirst du jeweils 100 verschiedene bekommen. Vielleicht sogar noch ein paar mehr. Fakt ist: DU bist die Mama dieses Kindes in deinem Bauch. Und DU spürst dich und dein Baby am allerbesten. Du darfst dich für die innere Stimme in dir, deine Intuition wieder öffnen und ihr mehr und mehr vertrauen. Du darfst dich von ihr leiten lassen, führen lassen. Sie ist deine beste Rat- und Impulsgeberin. Und sie wird dir erzählen, was du und dein Baby in der Schwangerschaft und für die Geburt braucht. Sie wird dir mitteilen, was euch gut tut und was euch weniger dient. Du brauchst nur zuzuhören und dich vertrauensvoll hinein fallen lassen.


Drei Impulse für einen guten Zugang zu deiner Intuition:

1. Schenke der Stille in dir Raum.

Geh immer wieder bewusst in die Stille. Lausche in dich hinein. Schenke dir und deiner Innenwelt liebevolle Aufmerksamkeit. Suche ganz bewusst die Verbindung zu dir. Ohne irgend etwas dafür zu tun, ohne Musik, ohne eine geführte Meditation, einfach nur du mit dir. Einfach lauschen, fühlen und sein. Das kannst du, in dem du dir jeden Tag ganz bewusst ein paar Minuten schenkst, in denen du deine Augen schließt, dich irgendwo hinsetzt, wo du dich ganz wohl und geborgen fühlst. In diesen Minuten besuchst du dich in dir. Das darf deine Absicht sein. „Ich schenke mir jetzt liebevolle Aufmerksamkeit und lausche in mich hinein. Das, was jetzt in mir ist, werte ich nicht und kommentiere es auch nicht. Ich werde still und lausche offen und neugierig in diese Stille hinein.“ Und genau dann, in eben dieser Stille in dir, in dem Raum, den du dadurch eröffnest, kann deine Intuition zu dir sprechen. Selbst wenn sie sehr leise spricht, fast flüstert, kannst du sie hören. Die feinen Flügelschläge deiner Intuition kannst du dann wahrnehmen.


2. Fühle die Natur mit allen Sinnen.

Gleich in welchem Gefühlssturm du gerade bist. Egal, wie du dich gerade in dir fühlst, mit dir oder weniger mit dir bist oder was um dich herum geschieht - schenke dir immer wieder Zeit in der Natur. Zeit, in der du allein bist mit der Natur, am besten an einem Ort, wo keine Menschen sind. Die Schwingung von Mutter Erde bringt dich automatisch in eine Schwingung, die dir den Zugang zu dir selbst, zu deiner inneren Stimme so viel leichter macht. Nimm die Natur mit all deinen Sinnen wahr. Hörst du die Vögel? Spürst du den Wind auf deiner Haut, fühlst den Boden unter deinen Füßen? Nimm wahr, wie es riecht. Vielleicht schmeckt die Luft sogar nach etwas oder du verbindest mit dem, was du hörst oder siehst einen bestimmten Geschmack. Du kannst mit deinen Händen über die langen Gräser, das Moos oder die Rinde der Bäume streichen, vielleicht deine Schuhe ausziehen und unter deinen bloßen Füßen den Boden von Mutter Erde fühlen. Den Boden, der dich liebt, nährt und trägt. Komm mit all deinen Sinnen in der Natur an, atme und spüre sie. Und dann nimm dich wahr. Fühle ganz absichtslos in dich hinein. Verbinde dich mit dir. Dann wirst du spüren, dass die Impulse aus dir heraus viel leichter an deine Oberfläche steigen, dass sie für dich so viel wahrnehmbarer werden. Und dass du genau die Impulse wahrnimmst, die du in diesem Augenblick brauchst. Die für dich und auch dein Baby nun relevant sind.


3. Übung: Öffne dich für intuitive Entscheidungen.

Ich möchte dir eine ganz praktische Entscheidungshilfe mit an die Hand geben. Wie oft stehen wir in der Schwangerschaft vor Ja/Nein-Entscheidungen - „Soll ich zur Pränataldiagnostik gehen - ja oder nein?“ - da kommen so viele Stimmen hoch. „Natürlich musst du das machen, du bist ja über 35 und somit Risiko schwanger!“ Oder „Soll ich Zuhause gebären – ja oder nein?“, oder, oder. Wann immer du vor solchen entweder-oder-Fragen stehst und eine Entscheidung für dich und/oder euer Kind treffen musst und den direkten Zugang zu deiner Intuition nicht wahrnehmen kannst oder dich noch unsicher fühlst, ob du ihr vertrauen kannst und die Stimmen im Außen dich zusätzlich verunsichern, dann schenke dir die nachfolgende Übung.


Schreibe beide Wege auf. Nimm dir dafür jeweils einen DIN A 4 Zettel und notiere die jeweilige Option. Als Beispiel: ‚Unser Kind wird Zuhause geboren‘ und ‚Unser Kind wird im Geburtshaus geboren‘. Während du die jeweilige Option aufschreibst, verbinde dich kurz mit dem Gefühl, das in dir hoch kommt, wenn du aktiv denkst: „Unser Kind kommt Zuhause zur Welt.“ Lass dann dein Gefühl wieder los und komm in ein neutrales Gefühl. Schreibe nun die andere Option auf den anderen Zettel und spüre auch hier beim Schreiben, wie sich das anfühlt. Anschließend lässt du auch dieses Gefühl wieder los. Mische die Zettel so, dass du nicht weißt, welcher welcher ist und leg sie mit einem größeren Abstand auf den Boden. Jeder dieser Zettel steht nun für einen Weg, den du gehen kannst. Spür erst einmal mit geschlossenen Augen in dich hinein, wie fühlt sich der zettelfreie Boden unter deinen Füßen an? Stehst du wackelig? Ausbalanciert und fest? Hast du mehr Tendenz nach vorne oder nach hinten zu wanken? Wie stehst du und wie fühlt sich das an? Dann stellst du dich bewusst auf einen dieser Zettel - ohne zu wissen, auf welchem du stehst. Schließe deine Augen und nimm wahr, wie du dort in dieser Energie stehst. Spüre in dich hinein, wie es sich anfühlt, in der Energie genau dieser Entscheidung zu stehen. Es gibt nichts zu denken, zu interpretieren oder zu bewerten. Erlaube dir, bewusst wahrzunehmen, wie es sich dort in dir anfühlt: Ist es schwer oder leicht? Hast du mehr Verbindung nach oben oder nach unten? Bist du unruhig oder ganz ruhig in dir? Ist es weit oder eng? Kalt oder warm? Nimm das einfach nur wahr. Dann geh aus dieser Energie heraus, steig von deinem ersten Zettel herunter und sammle dich einen Augenblick bei dir, bis du spürst, dass du jetzt wieder in deiner ganz eigenen Energie bist. Stell dich dann auf den anderen Zettel und spüre hier bewusst hinein in die Energie dieser Entscheidung, diesen Weges. Und ohne dass du die Zettel umdrehst, kannst du für dich über dein Gefühl entscheiden, was wirklich dein Weg ist, was für dich und euer Baby stimmig ist. Triff deine Entscheidung und dann drehe die Zettel um.


Diese Praxis wird dich bereits während deiner Schwangerschaft für die kommende Mutterschaft dieses Kindes schulen. Und du wirst es dir später so sehr danken, wenn du bereits sehr früh übst, dich für deine Intuition zu öffnen und ihr, in deinem ganz eigenen Tempo, mehr und mehr zu vertrauen und zu folgen.


Es ist ein Weg, der gelebt, gefühlt, gegangen, gefeiert, erlebt werden will.

So kannst du dich immer mehr dahin üben, dich für deine Intuition zu öffnen. Ihr zu vertrauen. Und ihr dann auch zu folgen. Und, liebe werdende Mama: Das ist ein Weg, ein Hinein-Üben. Es ist nichts, was wir von heute auf morgen können können, können müssen. Es darf ein Weg sein. Du darfst dich sanft dafür öffnen, erst einmal einen Zugang zu deiner Intuition zu finden, in die Stille zu gehen, in dich hinein zu lauschen. Und dann lass dir Raum, in die Frage hinein zu fühlen - darfst du deiner Intuition folgen? Kannst du ihr vertrauen? Vertraust du deiner inneren Stimme? Erlaube dir, diesen Weg in kleinen Schritten zu gehen. Dich wahrzunehmen mit allem, was da ist. Erlaube dir, dich in diesen Weg hinein zu spüren. Ihn fühlend, offen und übend zu leben, dich auf diesem Weg zu erleben. Je mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein du diesem Bereich deines Lebens schenkst, auch als Vorbereitung für deine Mutterschaft, desto leichter wird es gehen. Es wird heller, einfacher zugänglich, leichter. Der Bereich, den du mit deiner inneren Taschenlampe erstrahlen lässt, wird größer. Auch wenn du deiner inneren Stimme noch NICHT folgst, kannst du im Nachgang feststellen: „Ja, das hatte ich vorher schon gefühlt.“ Das wird dein Vertrauen in deine Intuition stärken. Dich bestärken, ihr immer öfter zu folgen. Das ist Basisarbeit für deine Mutterschaft. Denn in der Mutterschaft selbst darfst du immer intuitiver agieren. Für dich und dein Kind erfühlen und erforschen, was nun wichtig ist. Die Bedürfnisse deines Kindes begleiten. Es gibt so viele Dinge zu entscheiden für dein Kind. Deine Intuition dient dir unendlich im Leben mit deinem Kind. Du darfst dich lösen von deinem Verstand, der dir vielleicht ganz andere Ratschläge geben möchte. In der Schwangerschaft erfährst du eine intensive Einladung, dich in deine Intuition hinein fallen zu lassen, dich für deine innere Stimme zu öffnen und sie klar wahrzunehmen. Es ist ein unfassbares Geschenk. Ein Geschenk, das dein Leben dir reicht, das du dir ermöglichen kannst, das dein Baby dir übergibt: Du darfst deiner Intuition immer mehr zuhören, ihr vertrauen und ihr folgen, ganz in deinem Tempo. Du darfst immer mehr eins werden mit dir. Und dich immer intuitiver in dein Mama-Werden und Mama-Sein hinein leben.

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